Endlich wieder in Malawi – Besuch der Chihame 1 Primary School – Oktober 2023

Sehr intensive, emotionale, spannende und schöne Tage haben wir vom 01.- 13. Oktober in Malawi verbracht!
Eines unserer Ziele war es, endlich einmal den dank der Mithilfe von so vielen tollen Menschen finanzierten Administration Block an der Chihame 1 Primary School in Chinteche zu sehen – bislang kannten ja auch wir nur Fotos von dem Gebäude. In erster Linie wollten wir aber gemeinsam mit vielen Beteiligen vor Ort das nächste Projekt imitieren. Bereits im Vorfeld gab es regen Austausch mit der Schule und den Behörden. Nun erschien es uns wichtig und sinnvoll, die Planung vor Ort ein wenig zu konkretisieren.
Die Menschen, denen wir in diesen Tagen begegnet sind, haben dem Werbeslogan Malawis: „Malawi – the warm heart of Africa“ alle Ehre gemacht und uns mit einer unglaublichen Gastfreundschaft und Herzlichkeit empfangen.

Die Schul- und Dorfgemeinschaft hat uns in Vertretung für alle, die die Schule mit uns gemeinsam in der Vergangenheit unterstützt haben, mehrfach gedankt und uns zu verstehen gegeben, dass eure Unterstützung für sie sehr wertvoll und alles andere als selbstverständlich ist – kurz, dass die Unterstützung einen Unterschied macht.
So wird der 2014 fertiggestellte Administrationblock intensiv genutzt und der bis dahin für Verwaltungszwecke genutzte Raum als Klassenraum verwendet.

Wir hatten ein paar Geschenke im Gepäck und so konnte sich die Schule über die gewünschten Fußbälle, Basketbälle, Basketballkörben Volleybälle und Trillerpfeifen freuen. Auch die mitgebrachten 1400 Bleistifte, gebrauchte Mobiltelefone und ein gebrauchtes Tablett wurden sehr dankbar entgegengenommen.
Die Tage in Chinteche verbrachten wir mit verschiedenen Meetings, Besichtigungen der Schule, Essenseinladungen bei Freunden vor Ort und dem täglichen Versuch, Benzin aufzutreiben. Es gab also eine Menge zu organisieren, zu besichtigen und zu reden.
Der Besuch Malawis hat uns aber auch bedrückt. Obwohl wir schon zweimal dort waren, eine Vorstellung davon hatten, was uns erwartet und wir über die Situation im Land so gut wie möglich informiert waren, hinterlässt die Reise durch dieses kleine, schöne, aber auch sehr arme Land in Ostafrika Spuren bei uns. Wir hoffen, ein wenig von diesem Gefühl zu erhalten, bevor uns der Alltag zurückholt und man sich wieder viel zu viel mit sich selbst und vermeidlichen Problemen beschäftigt.
Die Chihame 1 Primary School in Chinteche ist nur eine von so vielen staatlichen Grundschulen für die für uns unzählbaren vielen Kindern in diesem Land.
Wenn man durch Malawi reist, erscheint es einem fast albern zu glauben, mit einem so kleinem Schulprojekt auch nur ansatzweise etwas verändern zu können. Es scheint, als ob es diesem Land an so allem fehlt, obwohl es neben den staatlichen Projekten so viele NGOs, Länder und private Hilfsorganisationen gibt, die sich in Malawi engagieren.
Was können wir da also machen?
Dann aber ist man wieder auf dem Schulgelände, spricht mit dem Lehrpersonal und der Dorfcommunity, sieht die Kinder draußen auf dem Boden sitzend im Unterricht und denkt: Ok, ein wenig können wir vielleicht doch dazu beitragen, die Lernbedingungen zumindest einiger weniger Kinder zu verbessern.
Ein in Malawi seit vielen Jahren sehr engagierter und erfahrener Mann aus Essen hat zu mir gesagt: „Viele Tropfen machen auch ein Meer“
Vor diesem Hintergrund sind wir hochmotiviert, die Schule weiter zu unterstützen.
Hier eine kurze Zusammenfassung unserer Reise
Sonntag 01.10.2023 Ankunft am Flughafen in Lilongwe.
Bei der Sicherheitskontrolle wird das Gepäck mit all dem Sportequipement für die Schule geprüft. Trotz vorheriger Rückversicherung bei der Botschaft teilte man uns mit, dass wir beim nächsten Mal doch bitte eine Zollerklärung dabeihaben sollten. Wir wollten gerade all unsere Emails der Botschaft, der Schule und der zuvor kontaktierten Behörden zeigen, da lächelt man uns an, heißt uns herzlich willkommen in Malawi und wünscht uns eine gute Reise.
Bei der Autovermietung teilt man uns mit, dass das reservierte Auto leider einen leeren Tank hat und es im ganzen Land kein Benzin gibt. Wir wussten um die Benzinknappheit im Land, dass es aber gar keinen Sprit gibt, war uns nicht klar.
So erhielten wir ein anderes Auto, zu ¾ vollgetankt und hofften, dass der Sprit ausreicht, um zumindest die Schule zu erreichen.
Sonntag, 01.10.2023 – Dienstag, 03.10.2023 Zwischenstopp in Salima + Senga Bay
Wir sprachen hier u.a. mit der Besitzerin der Unterkunft, liefen ein wenig durch das Dorf und kamen erst einmal an. In dieser Region hat, wie in vielen weiteren Regionen, der Zyklon Freddy im Frühjahr 2023 heftig zugeschlagen. Im Süden des Landes muss es noch schlimmer gewesen sein. Viele Menschen sind gestorben, viele werden noch heute vermisst, unzählige haben ihre Bleibe oder ihre Lebensgrundlage verloren. Neben den unzähligen Ernteausfällen ist auch der Tourismus nach der Pandemie und dem Zyklon so gut wie nicht mehr vorhanden – eine der weiteren, wenigen Einnahmequellen ist zusätzlich weggebrochen.
Der gesamte Weg bis Salima und auch der weitere Weg nach Chinteche war gesäumt von so vielen Kindern. Wir haben in wenigen Tagen mehr Kinder gesehen als im gesamten vergangenen Jahr in Deutschland – und dieser Teil des Landes ist längst nicht so dicht besiedelt, wie der Süden.
Dienstag, 03.10.2023 Ankunft in Chinteche
Unsere Tankfüllung hat uns bis hierhergebracht. 50 km blieben uns noch laut Anzeige. Auf dem Weg hierher gab es nicht eine einzige Tankstelle, die Sprit verkauft hat. Tony, der Besitzer unserer Unterkunft und großartiger Unterstützer unseres ersten Projektes an der Schule begrüßte uns herzlich und erzählte uns in den nächsten Tagen viel über seine Eindrücke aus dem Land und vor allem der Region.
Mittwoch, 04.11.2023 Nkhata Bay
Mittwoch fuhren wir nach Nkhata Bay, um uns mit den Behörden des Distrikts auszutauschen. Auf Wunsch des Distrikts fand das Treffen vor den Treffen mit der Schul- und Dorfgemeinschaft statt. Wir berichteten von den bisherigen Projekten und dem geplanten Vorhaben. Die Behörde bedankte sich ausdrücklich für das Engagement. Sie begrüßten das Vorhaben und sicherten uns ihre volle Unterstützung bei der Projektplanung und Projektdurchführung zu. Zudem erläuterten sie uns die behördlichen Voraussetzungen und kündigten die Teilnahme an dem Treffen mit der Schul- und Dorfgemeinschaft an.
Donnerstag, 05.11.2023 – Chihame 1 Primary School

Endlich standen wie auf dem Schulgelände der Chihame 1 F.P. Primary School und haben uns mit der Schulleitung und einem Lehrer im Administration Block getroffen. Auf dem Weg dort hin haben uns viele neugierige Kinder herzlich begrüßt. Und dann haben wir endlich den kleinen Bau gesehen. Er entspricht in der Qualität sich nicht dem, was wir uns vorgestellt haben, erfüllt aber seine Funktion und ist der Schule sehr nützlich.
- Austausch über das vorherige und geplante Projekte
- Bericht über den Termin mit dem Distrikt
- Organisation eines Treffens mit allen Ausschüssen und Mitgliedern, die am Projekt beteiligt sein werden
Freitag, 06.11.2023 – Chihame 1 Primary School
Treffen mit dem Lehrpersonal der Chihame 1 Primary School

Von den insgesamt 17 Lehrer*innen sind derzeit 13 im Dienst, 11 konnten an der Besprechung teilnehmen, alle anderen wurden im Anschluss informiert. Der Großteil des Kollegiums war seinerzeit noch nicht an der Schule, ein paar wenige inkl. dem stellvertretendem Schulleiter kannten wir aber noch.
Nach einer Begrüßungs- und Vorstellungsrunde, haben wir uns gegenseitig über die Erfahrungen des vergangenen Projektes ausgetauscht und die Ziele und Möglichkeiten für das künftige Projekt skizziert.
Alle waren sich einig, dass der Bau eines Klassentaktes mit 2 Klassenräumen am sinnvollsten sei.
Treffen mit der Schulgemeinschaft und der Gemeinde
Das Treffen fand mit den Dorf-Chiefs, Vertretern der Lehrer, Eltern und dem Schulkomitee statt. Auch eine Vertreterin, die sich für die Belange von Mädchen einsetzt war anwesend.
Die Teilnahme des Distrikts wurde im Vorfeld abgesagt. Der Distrikt erteilte uns zuvor jedoch die Genehmigung, die Planungen mit der Schul- und Dorfcommunity fortzusetzen. Wir sicherten zu, den Distrikt über die Meetings und die Ergebnisse zeitnah zu informieren.
- Vorstellungsrunde / Gebet
- Der stellvertretende Schulleiter berichtete über die Historie der Partnerschaft und von bisherigen und geplanten Projekten
- Wir ergänzten die Berichte aus unserer Perspektive und erläuterten unsere Möglichkeiten und Kriterien für das kommende Projekt. Ein Lehrer war so freundlich, für uns zu übersetzen, da nicht alle Anwesenden Englisch sprachen.
- Die Anwesenden begrüßten das Vorhaben und sicherten uns ihre Unterstützung und gegenseitige Kontrolle bei der Projektplanung und Projektdurchführung zu.
- Alle Teilnehmer bedankten sich einzeln und ausführlich für das bisherige Engagement und betonten, wie bedeutsam diese Unterstützung für sie sei.
- Jeder einzelne berichtete uns aus seiner jeweiligen Rolle, wie sie die aktuelle Situation an der Schule beurteilen und was aus ihrer Sicht am sinnvollsten sei.
- Wir erklärten, dass wir nur die Organisatoren sind und sich die finanzielle Unterstützung aus Spenden verschiedener Aktionen zusammensetzt, bei der sehr viele Menschen mit ihrer Zeit und ihrem Geld beteiligt sind. Wir betonten, dass wir uns gegenüber all diesen Menschen, die uns Vertrauen schenken, verpflichtet fühlen, das Projekt so gut wie möglich zu organisieren und durchzuführen und hierbei auf das große Engagement, Eigenleistungen und Unterstützung der gesamten Comunity angewiesen sind.
- Zuletzt holten wir uns noch das Einverständnis aller Anwesenden ein, Fotos und Namen aller Beteiligten veröffentlichen zu dürfen. Dies erfolgte auch von behördlicher Seite.
Bestandsaufnahme
Nach den meetings besichtigten wir zusammen mit einigen Lehrern das Schulgelände.
Schulgelände:
Klassenräume
Unterricht im Freien
Sanitäranlagen
Übergabe Spenden
Für die Übergabe unserer Geschenke gingen wir erneut in den Administration Block. Wir wollten vermeiden, dies vor all den Kindern zu tun – Die Aufmerksamkeit war eh schon viel zu groß.
Samstag, 07.10.2023
Am Samstag gab es endlich Benzin! Diese Information erreichte uns auch gleich von mehreren Seiten, da mittlerweile fast alle wussten, dass wir einen leeren Tank hatten und sich alle Sorgen um uns machten. Dies war sehr beeindruckend, zumal niemand dieser Menschen ein Auto besitzt und unser „Problem“, das Auto zurück zur Hauptstadt zu bringen, vergleichsweise albern erschien. Wir standen mitten in der Nacht auf und warteten mit unzähligen anderen Menschen ca. 4 Stunden in der Schlange vor den Zapfsäulen. Unser Freund Jim kam überraschend mit seinem Freund zur Tankstelle, um uns bei der ganzen Aktion zu unterstützen. Unglaublich, da er dafür mal wieder fast 1 Stunde zu Fuß unterwegs war.
Die meisten waren Fischer, die mit ihren Kanistern angelaufen kamen, um Benzin für ihre Boote zu kaufen. Diese wurden auch zuerst bedient – was ja auch richtig ist. Ein paar andere – so vermuteten unsere Freunde – füllten auch Kanister auf, um den Inhalt später auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Sie fanden es nicht so lustig, als wir an der Reihe waren und volltanken wollten. Und in der Tat fühlten wir uns dabei auch nicht so toll. Jim und sein Freund wollten sich aber auf keinerlei Diskussion einlassen und meinten uns unbedingt verteidigen zu müssen. Dem Tankwart war dies egal – für ihn war klar, dass er uns den Tank vollmacht und wünschte uns eine gute Fahrt.
Danach fuhren wir nach Mzuzu und haben uns dort u.a. ein Projekt einer Frauenförderung angesehen, bei dem derzeit Komposttoiletten gebaut werden, was sehr interessant war.
Auf dem Rückweg besuchten wir noch das Sportfest der Schule. Hier trafen wir auch endlich den Schulleiter, der aufgrund eines Sterbefalls nicht an den bisherigen Treffen teilnehmen konnte.
Auch er begrüßte uns herzlich, bedankte sich mehrfach und sicherte uns eine gute Zusammenarbeit zu.
Wir konnten einige der mitgebrachten Bälle und die Trillerpfeifen im Einsatz sehen und hören. „Wir“ haben übrigens zumindest beim „Netball“ gewonnen. Die Schülerinnen und Schüler der Gastmannschaft kamen im Übrigen zu Fuß aus dem 5 km entfernten Dorf. Hier undenkbar, in Malawi überhaupt kein Thema, da die meisten Menschen täglich viele km zu Fuß oder im besten Fall mit dem Fahrrad unterwegs sind.
Sonntag, 08.10.2023 – Chihame 1 Primary School – Abschied
Am Sonntag sind wir noch einmal zur Schule gegangen, um ein paar Fotos zu machen, ohne von all den vielen Kindern umgeben zu sein. In einige Klassenräume konnten wir nicht hineinschauen, da sie in diesem Moment von den Gemeindemitgliedern der Kirche genutzt wurden, die dort ihren Gottdienst abhielten. So nutzt die Kirche am Wochenende die Schulräume, während die Kirche unter der Woche ihr Gebäude der Schule als Klassenraum zur Verfügung stellt.
Im Anschluss trafen wir noch einmal den stellvertretenden Schulleiter, um die bisherigen meetings noch einmal kurz zu erörtern und das weitere Vorgehen zu besprechen.

Danach verließen wir mit so vielen Eindrücken Chinteche und machten uns auf in Richtung Lilongwe.
Montag fuhren wie noch einmal nach Salima, machten danach dank einer weiteren Tankmöglichkeit einen kurzen Abstecher nach Chembe am Südufer des Malawisees und kamen schließlich wieder in der Hauptstadt an. Wir fuhren vorbei an unzähligen Dörfern, Schulen und tollen Landschaften undvwaren überwätigt von den vielen Kindern, die uns freudig begrüßten oder neugierig ansprachen.
Donnerstag, 12.10.2023 – Lilongwe
Am Donnerstag hatten wir einen Termin im Bildungsministerium in Lilongwe. Auch hier wurde uns- bzw. euch allen – großer Dank ausgesprochen und die volle Unterstützung bei der weiteren Planung zugesichert.
Wir haben die deutsche Botschaft noch von unseren Plänen berichtet, ein persönlicher Besuch war leider nicht mehr möglich. Stattdessen haben sie uns aber bereits die Antragsunterlagen für eventuelle Fördermittel zugestellt.
Fazit
Die Reise nach Malawi hat uns mal wieder sehr beindruckt. Dank der vielen Begegnungen und Treffen, konnten wir unsere Ziele, Vertrauen unter allen Akteuren zu stärken, die bisherige Partnerschaft zu evaluieren, eine kleine Bestandsaufnahme zu machen und die neuen Projektziele und Voraussetzungen zu definieren, erreichen.
Wir sind jedenfalls hoch motiviert, die Schule weiter zu unterstützen und beginnen nun gemeinsam mit allen Beteiligten, das neue Projekt zu planen. Ziel ist es, im Frühjahr / Frühsommer 2024 mit dem Baus des Klassenblocks zu beginnen.
Mehr Informationen findet ihr unter der Projektbechreibung.
Eine kleine Beschreibung der Dörfer rund um die Schule
Um euch einen kleinen Eindruck von dem Leben in der unmittelbaren Umgebung der Schule zu geben, hier noch ein paar Bilder und Worte.

Das Dorf von unserem Freund Jim liegt ca. 1 Stunde Fußweg von der Stadt Chinteche entfernt. Jim hat als Kind selber die Chihame 1 Primary School besucht, uns seinerzeit die Schule gezeigt und uns bei dem ersten Projekt begleitet und unterstützt.
Im gesamten Dorf ist Jim der einzige, der über einen Wasseranschluss verfügt – Strom hat hier niemand. Jim hat zumindest 3 kleine Solarpaneele. Im Vergleich zu unserem letzten Besuch 2011 haben die meisten Häuser mittlerweile ein Blechdach und die Bewohner müssen nicht mehr vor jeder Regenzeit ihr Strohdach neu decken. Jims Familie hat außerhalb ein Feld, auf dem sie Gemüse anbauen kann. Somit ist – solange es keine Dürre oder Überschwemmung gibt – zumindest zum Beispiel Casava und Spinat verfügbar. Zudem haben sie ein paar Hühner. Seine Familie erzählte uns, dass sie den Klimawandel bereits deutlich spüren. Seine 2 kleinen Kinder gehen zur Nursery- und Primary School, die beiden größeren Kinder gingen mangels Schulgeld nicht zur Seconday School. Wir waren zum Essen eingeladen – als wir noch in Deutschland waren, hatten sie uns bereits geschrieben, dass sie extra ein Huhn für uns aufbewahren. Es war ein unbeschreiblich schöner, emotionaler und toller Tag mit der gesamten Familie und den Nachbarn und Freunden, die vorbeikamen, um uns willkommen zu heißen.
In dem Dorf direkt neben der Schule wurden wir von Syrus eingeladen, seine Familie in seinem Haus zu besuchen. Seine Kinder gehen zur Chihame 1 Primary School. Syrus arbeitet als Tischler und Zimmermann. Derzeit arbeitet er auf der Baustelle von Tony. Die Häuser im Dorf haben keinen Wasseranschluss, ein Großteil der Häuser hat zumindest einen Stromanschluss. Einige Dächer sind mit Blech, der Großteil jedoch mit Stroh gedeckt. Der nächste Brunnen liegt für die Familie von Syrus ca. 500 m entfernt. Seine Frau hatte extra für uns Essen zubereitet und wir durften wieder einmal eine unglaubliche Gastfreundschaft erfahren.
Einkaufen in Malawi
Wir waren in verschiedenen Geschäften sowohl in kleinen Dörfern, als auch in größeren Städten. Die Preise für Basics, wie zum Beispiel Salz, Zucker, Öl, Seife haben uns überrascht – viele Dinge kosten mehr als in Deutschland. Wir fragen uns, wie das funktionieren soll – aber es funktioniert ja auch gar nicht. Die meisten Menschen scheinen „von der Hand in den Mund“ zu leben. Eine Dürre, eine Überschwemmung, eine Krankheit und alles droht zusammenzubrechen. Und doch begegnen uns die meisten Menschen mit einem Lächeln, das zu nachhaltig beeindruckt hat.
Der Besuch der Primary School ist weiterhin kostenlos und Malawi hat es zumindest geschafft, dass der Großteil der Kinder eine Schule besucht. Laut Unicef bricht jedoch fast jedes zweite Kind die Grundschule vorzeitig wieder ab. Dies liegt u.a. an den Lernbedingungen, Lehrermangel, langen Schulwegen und den Lebensbedingungen der Familien. Den Besuch der gebührenpflichtigen Secondary School können sich die meisten Menschen jedoch nicht leisten.
So ein Werbeplakat wäre hier undenkbar, entspricht aber der Realität der meisten Schulkinder in Malawi.

Simone im Oktober 2023





















